25. Oktober 2015

Igel gefunden!


Igel gefunden!

Neulich nach dem Feierabend, auf dem Weg nach Hause, fahre ich mit meinem Fahrrad durch den Park. Es ist kurz nach 20 Uhr und bereits dunkel.
An einer Hauswand entdecke ich einen Igel. Er liegt ausgestreckt auf dem Boden und bewegt sich nicht. Ich halt also mit meinem Rad an und stupse mit meinem Schuh vorsichtig gegen den scheinbar toten Igel. Er ist winzig klein und im Dunkeln erkenne ich zunächst keine Bewegung. Jetzt im Herbst sind die Abende kühl und teilweise verregnet.

Erst vor ein paar Wochen, lief mir ein Igel im Park über den Weg. Flink und lebendig war er unterwegs auf der Suche nach Nahrung um sich auf den Winterschlaf gut vorzubereiten. Daran dachte ich in dem Augenblick als ich den scheinbar toten Igel fand. Gleichzeitig dachte ich auch an einen Artikel, welchen ich erst kürzlich gelesen habe. Dieser beschrieb, dass niemand Igel aus falscher Tierliebe heraus einfach mit nach Hause nehmen sollte. Nur offensichtlich kranke oder verletzte Igel brauchen menschliche Hilfe.

Ich stupste also erneut mit meinen Schuh gegen den auf dem Boden liegenden Igel. Und daraufhin bewegte er sich. Zaghaft und sehr langsam war diese Bewegung. Jedoch ohne dass er sich zu einer Kugel zusammen rollte. Für mich stand fest, dieser Igel braucht Hilfe. Ich suchte in meiner Handtasche nach etwas um ihn zu transportieren. In einer Papiertüte transportierte ich den winzigen Igel schließlich nach Hause.



In einem großen Pappkarton, der mit Zeitungspapier ausgelegt wurde, legte ich den kleinen Igel hinein. Ein Handtuch unter dem ich eine Wärmflasche legte, sollte ihn wärmen. Auf einem Teller legte ich Katzenfutter und auch Wasser stellte ich bereit.

Im Internet fand ich dann einige nützliche Tipps. Zum Beispiel: Igel sollten vor ihrem Winterschlaf mindestens 500 Gramm wiegen. Mit meiner Küchenwaage, wog ich den winzigen Igel. 190 Gramm wog er, jetzt Ende Oktober. Definitiv zu wenig. Ehrlich gesagt, glaubte ich nicht, dass er die Nacht überstehen würde. Er fraß nichts und er trank nichts. Jedoch tat ihm die Wärm gut. Er wurde etwas lebendiger und rollte sich auch endlich zu einer Kugel zusammen.

Igel bauen sich in Gärten normalerweise wetterfeste Nester, in denen sie fünf Monate lang, zu einer Stachelkugel gerollt, Winterschlaf halten. So überstehen sie Kälte und Nahrungsknappheit.

Am nächsten Morgen schaute ich noch vor dem ersten Kaffee in den Igelkarton.
Der Igel saß dort tatsächlich am Katzenfutter und fraß!
Ich war so froh. 



Mir fiel ein Stein vom Herzen. Natürlich wusste ich, dass der Igel noch immer nicht über dem Berg war, aber es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dadurch gewann ich Zuversicht und Bestätigung, das Richtige getan zu haben. Hätte ich den Igel an dem besagen Herbstabend am Wegesrand liegen gelassen, hätte er die Nacht gewiss nicht überlebt. 

Einige Tage danach brachte wir den Igel in eine Igelstation. Dort wird er rundum versorgt und gepflegt.




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